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E-mail:
webmaster[at]kontrastive-medienlinguistk.net

Zugriffsstatistik: 
2010 bis 1. Halbjahr 2016

 

Verantwortlich:
Prof. Dr. Hartmut Lenk

Universität Helsinki 
Institut für moderne Sprachen / Germanistik

 

Kontrastive Medienlinguistik

 

 Buchparade 1983-2010

 

Was ist unter 'kontrastiver Medienlinguistik' zu verstehen?

‚Kontrastive Medienlinguistik‘ befasst sich in vergleichender Perspektive mit dem Sprachgebrauch
in den Massenkommunikationsmedien.

Kontrastiv‘ bedeutet, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen zwei oder mehreren miteinander zu vergleichenden Phänomenen zu ermitteln. Der Vergleich kann auf verschiedenen Ebenen vorgenommen werden:

a) interkulturell zwischen dem medialen Sprachgebrauch in verschiedenen Kommunikationsgemeinschaften (etwa zwischen verschiedenen Sprachen (innerhalb und außerhalb von Ländern), zwischen verschiedenen Staaten (und/oder Nationen) mit gemeinsamer Sprache, zwischen Regionen, kulturellen Landschaften und Gemeinschaften einschließlich Subkulturen usw.)

b) diachron zwischen verschiedenen historischen Zeiträumen innerhalb einer Kommunikationsgemeinschaft

c) intermedial zwischen verschiedenen Medien

d) intramedial zwischen verschiedenen Textsorten / Ressorts bzw.  Sendeformaten oder AutorInnen usw. innerhalb eines Mediums.

 

Linguistik ist die Wissenschaft, die sich mit der Sprache im Allgemeinen bzw. mit konkreten Sprachen befasst: mit deren Strukturen und mit den Regularitäten von deren Verwendung.

Was aber ist Medienlinguistik?

Der Begriff des Mediums gehört zu jenen Grundbegriffen der Kommunikations- und der Sprachwissenschaften, die sich dank ihrer häufigen Verwendung in unterschiedlichen Bereichen durch eine recht unscharfe Bedeutung auszeichnen.

Das Wort ‚Medium‘ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet dort wörtlich ‚Mitte‘ oder ‚das Mittlere‘. In der heutigen deutschen Allgemeinsprache kann man seine allgemeinste Bedeutung umschreiben als ‚vermittelndes Element‘. In dieser Bedeutung findet es in verschiedenen Wissenschaften, aber auch in Parawissenschaften, Naturreligionen und bei Zaubertricks Verwendung. 

In der Linguistik bzw. in den Sprachwissenschaften verwendet man den Ausdruck ‚Medium‘ mindestens in sechs verschiedenen Bedeutungen:

  1. als Bezeichnung für die Sprache selbst, und zwar in ihrer Eigenschaft, Träger des Denkens und der Kommunikation zu sein;

  2. als Bezeichnung für eine grammatische Kategorie des Genus verbi zwischen Aktiv und Passiv, z. B. im Griechischen und im Sanskrit;

  3. als materielle Basis sprachlicher Zeichen, die in der natürlichen Kommunikation zwischen Menschen verwendet werden: in der direkten interpersonalen Kommunikation i. d. R. Schallwellen (mündliche Sprachverwendung) oder z. B. Papier und Tinte bzw. Druckerschwärze (schriftliche Sprachverwendung; schriftliche Zeichen können aber auch durch andere Formen des optischen Kontrasts wie Vertiefungen auf Tontafeln, Farbe auf Felswänden oder Leuchtpunkte auf einem Bildschirm u. Ä. konstituiert sein);

  4. als technisch hergestellte Produkte und Infrastrukturen, die eine Kommunikation ohne direktes Beisammensein der Beteiligten (am gleichen Ort und/oder zur gleichen Zeit) ermöglichen; solche technischen Produkte sind z. B. das Flugblatt oder heute: der Flyer, das Buch, die Zeitung oder Zeitschrift, das Plakat, die Postkarte und das Telegramm, das Telefon, heute einschließlich Mobiltelefon mit SMS und MMS, die Grammophon- bzw. Schallplatte, heute die CD und DVD oder der MP3-Player, Radiosendestationen und ‑empfangsgeräte, der Kinofilm, Fernsehsender und ‑empfänger einschließlich Videorekorder bzw. moderner: DVD-Player oder Festplattenrekorder, der Personalcomputer sowie Spielekonsolen mit entsprechender Software und – last, but not least – das Internet v. a. mit E-Mail und World Wide Web);

  5. als Institutionen und Organisationen der Massenkommunikation (die Presse mit Zeitungsredaktionen, Druckereien und Vertriebsgesellschaften,  Radioprogrammanbieter, Fernsehanstalten, Online-Dienste, Nachrichtenagenturen, Buchverlage, Filmagenturen,  Musikproduktionsfirmen, Produktionsfirmen für Werbung usw.);

  6. als Bereiche der Massenkommunikation, die über die unter 5) genannten Institutionen erfolgt.

Die Medienlinguistik, wie sie auf diesem Portal im Mittelpunkt steht, befasst sich mit verschiedenen Aspekten des Sprachgebrauchs in jenen Massenkommunikationsmedien, die oben unter Punkt 5 und 6 aufgeführt sind.

 

 

 

 

 Letzte Aktualisierung: 04.07.2016